Portrait Professorin Bettina Brandenstein Koeth

Berufsbild Professorin

„Als Professorin an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften kann ich nicht nur meine eigenen Erfahrungen einbringen, sondern auch persönliche Schwerpunkte setzen. Dafür liebe ich diesen Job!“

Prof. Dr. Bettina Brandenstein-Köth
Elektrotechnik
Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Das Berufsbild einer HAW-Professorin umfasst neben Lehrtätigkeit und Forschung auch Weiterbildung, Gremientätigkeit sowie Verwaltungsaufgaben und bietet gleichzeitig viel Gestaltungsfreiraum sowie die Möglichkeit, individuelle Schwerpunkte, vor allem in der Lehre, zu setzen. Und Sie bringen Ihre eigene Berufserfahrung ein: in Lehre und Forschung!

Für eine HAW-
Professur ist keine Habilitation erforderlich!

5 Jahre Berufspraxis nach Ihrem ersten Hochschulabschluss sind notwendig – mind. 3 davon außerhalb einer Hochschule.

Aufgaben einer
HAW-Professur

1. Lehre

Als Professorin lehren, forschen und betreuen Sie Studierende. Sie halten Vorlesungen und geben Seminare, nehmen mündliche und schriftliche Prüfungen ab und stehen Studierenden beratend zur Seite. Die Lehre mit anwendungsbezogenem Schwerpunkt und die praxisorientierte Ausbildung der Studierenden stehen für eine HAW-Professur an erster Stelle.

Die Lehrtätigkeit an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) umfasst in der Regel 18 Vorlesungsstunden pro Woche (Vollzeitprofessur).

2. Forschung

Als Forschende bearbeiten Sie eigene Themenschwerpunkte, publizieren Forschungsergebnisse und präsentieren diese auf Kongressen oder Tagungen. Für die Finanzierung der eigenen Forschungstätigkeiten ist die Einwerbung von Drittmitteln eine wichtige Einnahmequelle.

Bei den Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) steht die Anwendbarkeit der Forschung und ihrer Ergebnisse im Vordergrund. Fragestellungen werden daher praxisnäher behandelt als an den Universitäten. Meistens werden diese anwendungsbezogenen Forschungstätigkeiten mit kleineren oder mittleren Unternehmen (KMU), Verbänden oder Einrichtungen in Kooperation(en) durchgeführt. Daher ist auch die Kontaktpflege zu (regionalen) Unternehmen und Institutionen wichtig. Zudem besteht die Möglichkeit zur Vertiefung der eigenen Forschung, ein Forschungsfreisemester zu nehmen (Art. 11 Abs. 1 BayHSchPG).

3. Hochschulmanagement

Neben Lehre und Forschung üben Sie auch administrative Tätigkeiten – in Gremien (z.B. Prüfungsausschuss, Studienkommission) innerhalb der eigenen Fakultät oder der Hochschule – aus. Die Beteiligung in den Gremien der
Selbstverwaltung bietet die Möglichkeit, an der Weiterentwicklung und Gestaltung der Hochschule aktiv mitzuarbeiten. Solche Funktionsämter gewinnen für die Qualität einer Hochschule und die zunehmend internationalen
Belange immer mehr an Bedeutung.

4. Weiterbildung

Eine weitere Kernaufgabe ist die akademische Weiterbildung. Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung werden als anwendungsorientierte Kombination von Weiterbildung und Beruf für die berufliche Praxis verfügbar gemacht.
Die Weiterbildungsprogramme an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) bieten sowohl Berufstätigen als auch (regionalen) Unternehmen maßgeschneiderte und flexible Bausteine für eine berufliche Karriere: vom Seminar bis hin zu berufsbegleitenden Studiengängen. Auch in diesem Bereich sind Ihre Qualitäten als Professorin gefragt!

*Die einzelnen Anteile können übrigens je nach persönlichen Präferenzen individuell gewichtet werden.

HAW-Professur im Vergleich
zu einer Universitäts-Professur

Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW)Universität
Wissenschaftliche Qualifikation in Form von Promotion bzw. promotionsadäquaten Leistungen (Art. 7 BayHSchPG)Wissenschaftliche Qualifikation in Form von Promotion bzw. promotionsadäquaten Leistungen (Art. 7 BayHSchPG)
Praxiskompetenz durch eine 5-jährige einschlägige BerufspraxisNachweis herausragender Forschungskompetenz durch eine Habilitation bzw. habilitationsadäquate Leistungen (z.B. Juniorprofessur)
Lehre und angewandte ForschungLehre und Forschung
Kein Promotionsrecht, aber z.B. kooperative Promotionen/VerbundpromotionenPromotionsrecht
Portrait Professorin Stephanie Kapitza

„Mit Geschäftsmodellen kenne ich mich ja ganz gut aus. Das Modell HAW-Professur hat viele Vorteile, die mich überzeugt haben.“

Prof. Dr. Stephanie Kapitza
Entrepreneurship und Digitale Geschäftsmodelle
Technische Hochschule Rosenheim

Die Vorteile einer HAW-Professur:

  • Selbstbestimmtes Arbeiten – Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen
  • Abwechslungsreiche, vielfältige Tätigkeit
  • Kombination von Forschung und Praxis – Angewandte Lehre
  • Arbeit in einem interdisziplinären Umfeld
  • Gesellschaftlicher Nutzen: Junge Menschen in der Persönlichkeitsentwicklung und Berufsfindung fördern
  • Flexible Arbeitszeiten – Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Sicherer Arbeitsplatz, Verbeamtung möglich
  • Renommee, soziale Anerkennung

Natürlich darf man auch über Geld sprechen. Wieviel verdient man als HAW-Professor*in?

Professor*innen an HAW werden, sofern verbeamtet, grundsätzlich nach den Besoldungsgruppen W2 vergütet, wobei sich die Einstiegsbesoldung (Stufe 1) in zwei weiteren Stufen erhöht. Falls eine Verbeamtung, z.B. aus Altersgründen*, nicht möglich ist und eine klassische Anstellung erfolgt, orientieren sich die Gehälter ebenfalls an den Besoldungsgruppen. Den Besoldungsrechner für Bayern finden Sie unter https://oeffentlicher-dienst.info/beamte/by/

Zusätzlich zum Grundgehalt gibt es sogenannte Zulagen, wie die Familienzulage für Verheiratete mit Kindern, oder weitere Sonderzahlungen und Prämien.

*Die Grenze für eine Verbeamtung liegt in Bayern bei 52 Jahren. Bei Überschreitung der Altersgrenze ist eine Anstellung im Angestelltenverhältnis möglich.

Wenn Sie Spaß am Lehren und im Umgang mit jungen Menschen haben, dann sind das allerbeste Voraussetzungen für eine HAW-Professur!

Seitenbeginn